Erwarte das Unerwartete

Das Frühjahr bringt Jahr für Jahr auch die Motorradfahrer zurück auf die Straße. Die ersten Sonnenstrahlen fordern aber auch Tribut. Denn auch die Unfälle von und mit Motorradfahrern sind Jahr für Jahr wiederkehrend. Für Motorradfahrer gibt es zwei Arten von kritischen Situationen – die einen können sie selbst beeinflussen, die anderen nicht. Beeinflussen können sie z.B. die Wahl der Kurvengeschwindigkeit, nicht aber, ob ein PKW Fahrer sie übersieht.

Eine Umfrage mit mehr als 4.000 Bikern zeigt, dass viele Gefahren falsch eingeschätzt werden. Gefährliche Situationen die laut Statistik sehr häufig zu Unfällen führen, sind zu wenig im Bewusstsein der Biker. Umgekehrt fürchten sie sich vor Situationen, die in der Realität nur sehr selten vorkommen.

Kreuzungsunfälle im Ortsgebiet werden z.B. nur von ca. einem Viertel der Befragten als sehr gefährlich eingestuft. Tatsächlich passiert im Ortsgebiet aber mehr als jeder dritte Unfall an einer Kreuzung. Umgekehrt meinen ca. 54% der Befragten, dass eine sich plötzlich öffnende Autotür eine sehr gefährliche Situation ist – im realen Unfallgeschehen kommt es aber dadurch nur selten zu Unfällen.

Unfälle sind keine Zufälle. Irgendetwas ist „falsch“ gelaufen und in mehr als 90% aller Unfälle, ist es „menschliches Versagen“.

 

Ursachen bei Motorradunfällen mit Getöteten 2015

(Fehlverhalten der Fahrzeugführer innerhalb und außerhalb von Ortschaften)

Nicht angepasste Geschwindigkeit in anderen Fällen 32%
Andere Fehler beim Fahrzeugführer 19%
Überholen, Vorbeifahren 16%
Nicht angepasste Geschwindigkeit mit gleichzeitigem Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit 13%
Falsche Straßenbenutzung 8%

Angaben: Auszug der Erhebung, in Prozent auf 100, kaufmännisch gerundet
Quelle: Statistisches Bundesamt, Wiesbaden

 

Über 90% aller Motorradunfälle…

…ereignen sich in 6 typischen Situationen:

 

Selbstverschuldeter Alleinunfall

Hier gibt es unterschiedliche Gründe, warum es schief geht. Nach den Buchstaben des Gesetzes ist es (fast) immer die „nicht angepasste Geschwindigkeit“, die dafür verantwortlich ist. Es muss aber nicht am Überschreiten der physikalisch möglichen Grenzgeschwindigkeit liegen. Wenn der Biker, z.B. am Beginn der Saison, sich noch keine Schräglage „zutraut“, dann fährt man irgendwann einfach geradeaus. Die falsche Blicktechnik und die weltberühmte „Schrecksekunde“ (in der man aber schon bei 50 km/h fast drei Wagenlängen reaktionslos weiterfährt) sind gerne als unheilvolle Begleiter als Sozius mit dabei.

Wenn das Vorderrad wegrutscht, kann es an einem Bremsfehler oder feuchter, kalter Fahrbahn liegen. Im Frühjahr sind es der Streusplit oder die letzten Salzkristalle, die den gewohnten Grip vermissen lassen. Das wegrutschende Hinterrad basiert eventuell auf einer Überbremsung oder einer zu hastigen Drehbewegung am „Gasgriff“.

Außerhalb geschlossener Ortschaften verunfallt jeder zweite Biker ohne Fremdeinwirkung, vor allem in Kurven. Die höheren Geschwindigkeiten fordern dann meist den höchsten Preis – das Leben.

Kollision mit entgegenkommenden Fahrzeugen

In den meisten aller (Un)-Fälle ist es der Motorradfahrer, der für die Kollision verantwortlich ist. Gerade am Saisonbeginn ist die Blicktechnik und damit verbunden die gewählte Fahrlinie „falsch“. Man ist gewohnt, in einem PKW zu sitzen.

Hier ist Blicktechnik und Kurvenlinie „einfacher“. Der PKW bleibt „aufrecht“ in der Kurve, der Motorradfahrer muss in Schräglage um die Kurve zu meistern. Wenn die Blickführung zu nahe an der Mittelmarkierung ist und sich demnach die Fahrlinie daran orientiert, sind zwar die Reifen des Motorrads dort wo sie hingehören, der Oberkörper und vor allem der Kopf ragen aber in den Fahrstreifen des Gegenverkehrs. Auf schmalen Straßen oder bei „breiten“ Fahrzeugen, SUV´s oder Nutzfahrzeugen ist die Gefahr, dass dieser Fehler fatal endet, enorm hoch.

Hier ist es in nahe 99% aller Fällen so, dass der Motorradfahrer unschuldig verunfallt. Das Motorrad hat Vorfahrt, der PKW kommt entgegen und will nach links abbiegen. Leider wird das Motorrad übersehen oder in Bezug auf die Entfernung sowie Annäherungsgeschwindigkeit falsch eingeschätzt. Wenn der Motorradfahrer mit einer Fahrgeschwindigkeit fährt, die deutlich über dem erlaubten Limit liegt, ist es natürlich auch für den PKW Fahrer sehr schwierig, die Situation richtig zu beurteilen.

Gründe für das übersehen werden sind zum einen die schmale Silhouette des Motorrads. Da heute viele Fahrzeuge mit Tagfahrlicht unterwegs sind, „verschwindet“ das Motorrad förmlich. Der Biker ist weit vor dem PKW, fährt aber z.B. so, dass der Scheinwerfer des Motorrads und des PKW in einer Linie sind. Bei den beliebten SUVs kommt dazu, dass der Fahrzeugaufbau so hoch ist, dass nicht einmal der Helm sich konturentechnisch abhebt. Wenn dann noch der Motorradfahrer und der PKW den selben Farbton haben, kann es ganz schnell schief gehen.

Die Schuldfrage bei diesem Unfallmuster ist von der jeweiligen Situation abhängig.

In Fällen, denen ein versuchtes Wendemanöver vorausgeht, ist das Motorrad natürlich vorfahrtsberechtigt. Der PKW Fahrer übersieht das Motorrad komplett (Toter Winkel, kein Schulterblick) oder er sieht es, schätzt aber die Entfernung und die Annäherungsgeschwindigkeit falsch ein. Wenn die Annäherungsgeschwindigkeit  des Bikers deutlich über dem erlaubten (und vom PKW Fahrer erwarteten) Tempo liegt, dann ist der Crash schon beinahe vorprogrammiert.

Solche Momente ergeben sich auch oft in Stausituationen. Ein PKW Fahrer möchte den Stau umfahren und wenden. Ein Motorradfahrer möchte auch den Stau umfahren, allerdings indem er links an der stehenden Kolonne vorbeizieht. Der PKW Fahrer achtet im Besonderen auf mögliche entgegenkommende Fahrzeuge und rechnet nicht mit einem Bike von hinten…

Wer schuld hat, ist hier eigentlich immer klar, das Motorrad hat Vorfahrt, der PKW Wartepflicht. Die Ursachen sind mit denen anderer Situationen ähnlich. Der Biker wird übersehen, die Entfernung und Annäherungsgeschwindigkeit falsch eingeschätzt. Das kennen wir schon.

Wir wollen das „übersehen“ noch etwas genauer unter die Lupe nehmen. Hier ist z.B. entscheidend, wie lange wir etwas betrachten, also wie lange unsere Blickzuwendung dauert. Wenn es ein blitzschneller Blick ist (man hat es eilig..) ist die Gefahr, etwas „schlecht erkennbares“ nicht wahrzunehmen natürlich dramatisch höher. Auch das Einschätzen der Annäherungsgeschwindigkeit  eines anderen Fahrzeuges bedarf mehr Zeit als z.B. nur eine Sekunde „Augenkontakt“.

In Kreuzungssituationen, die nicht „rechtwinkelig“ sind, ist oft die „A-Säule“ des PKW der Grund, warum ein Motorrad gar nicht gesehen wird, sich das Motorrad geradezu hinter der A-Säule „versteckt“.

Sie ahnen es schon, beim selbstverschuldeten Unfall ist es wieder das Thema rund um die Geschwindigkeit, den Grip auf der Fahrbahn, die Blicktechnik und das Fahrkönnen (hinsichtlich der Schräglage, die man sich „traut“ zu fahren) die dafür sorgen, dass man ausrutscht, rausfliegt, oder einfach nur geradeaus fährt.

Das eventuelle, zusätzliche, Problem ist der mögliche Gegenverkehr mit dem man, noch auf dem Bike sitzend, oder schon am Hosenboden rutschend, kollidieren kann. Tragisch enden meist beide Versionen. Aber auch PKW Fahrer, die und auch hier ist es oft die falsche Blicktechnik, die Kurve „schneiden“  und dem Biker einfach die Fahrlinie „zustellen“ sind ein häufiges Unfallszenario.

Die Schuldfrage ist, zu mindestens nach dem Buchstaben der StVo, schnell geklärt – Sie erinnern sich, „immer nur so schnell unterwegs, dass man rechtzeitig…“

Aber: jedes Problem hat seine Ursache. So sind z.B. die Notbremsassistenten moderner PKWs dafür verantwortlich, dass in einer vermeintlichen Notsituation, das Bremssystem selbstständig und mit allem was technisch möglich ist, für den kürzesten Bremsweg sorgt. Das ist heute selbst bei „Kleinwägen“ so. Dank ABS und Stabilitätsprogramm sind heute Verzögerungswerte von mehr als einem „G“ möglich. Ein Wert, den man vor 15 Jahren technisch für nie erreichbar gehalten hat. Dass der Motorradfahrer, vor allem wenn das Bike kein ABS hat, eine gewisse Zeit zum Bremsdruckaufbau braucht, ist logisch. Je nach aktuellem Sicherheitsabstand, wird es schnell eng.

Und: je höher das Ausgangstempo der Fahrzeuge, desto stärker macht sich die technische Überlegenheit des PKW bemerkbar. Wenn der Biker, vor allem am Beginn der Saison, nach seinem „PKW-Gefühl“ Abstand hält, ist der Crash nur eine Frage der Zeit.

Natürlich gibt es auch noch andere Unfalltypen. Ein „bekanntes“ Problem ist, die schon erwähnte, sich öffnende Autotür.

Oder der „Geisterfahrer“, also ein auf „meiner“ Fahrspur entgegenkommendes Fahrzeug. Weil der entgegenkommende PKW Fahrer ein anderes Fahrzeug überholen möchte und den Biker übersieht, die Annäherungsgeschwindigkeit falsch einschätzt, sich beim Einschätzen der Entfernung „vertut“.

Und dann der weltberühmte „Tote Winkel“. Ein Phänomen, das in zwei Situationen fatale Auswirkungen haben kann.

Beim Nebeneinanderfahren, in Kombination mit einem Spurwechsel des PKW. Der PKW Fahrer sieht den Biker nicht und schert aus. Nachdem in letzter Zeit das „Blinker setzen“ auch eher eine Randerscheinung geworden ist, wird es für den Motorradfahrer doppelt kritisch – unverhofft kommt leider oft.

Oder beim Überholen, also der Biker setzt selbst zum Überholen an und auch der vorausfahrende Autofahrer möchte das tun – der tote Winkel tut sein Übriges…

Was man gegen all das tun kann? Große Worte gelassen ausgesprochen. „Erwarte das Unerwartete“, ist eine wichtige Devise. „Was mache ich, wenn der PKW aus der Seitengasse nicht stehen bleibt?“, hilft Notfallszenarien durchzuspielen, damit „abzuspeichern“ und im Fall der Fälle abrufbereit zu haben. Aber neben dem „Denken“ ist das „Tun“ besonders wichtig. Den kürzest möglichen Bremsweg schaffen, einen plötzlichen Spurwechsel hinlegen, das Motorrad aufrichten um danach sofort wieder in Schräglage zu gehen. Fahrmanöver, die überlebenswichtig sind, aber nur gelingen, wenn man sie trainiert. Sicherheit braucht Training!

 

 

 

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